Hannes Jaenicke und die neue Art der TierdokuIn einer ZDF-Reportage klärte der Schauspieler über Haie auf
Als erster großer deutscher Sender wagt das ZDF eine neue, aufrüttelnde Art der Naturreportage. Schauspieler Hannes Jaenicke zeigt dabei "Einsatz für Haie".
Am 03. November 2009 erlebte das deutsche Fernsehen eine besondere Premiere: Im ZDF zeigte eine Dokumentation über Haie zur besten Sendezeit nicht das Jagdverhalten jener Meeresjäger, sondern berichtete über die akute Bedrohung dieser faszinierenden Tiere. „Hannes Jaenicke im Einsatz für...“ – Eine neue Art der Tierdokumentation im deutschen Fernsehen Die deutsche Fernsehlandschaft tut sich schwer, in ihren Dokumentationen den Zuschauer mit unangenehmen Bildern zu konfrontieren. Die alte Leier von bedrohten Tieren und Klimazerstörung erreicht meist nur die Aufmerksamen, die für solche Themen längst sensibilisiert sind. Die anderen dürfen sich weiter von reißerischen Dokumentationen über die giftigsten, ekligsten und gefährlichsten Tiere der Welt in ihren Ängsten und Vorurteilen vor Haien, Schlangen und Spinnen bestätigen lassen. Doch geht nun als erster großer Sender das ZDF mit seiner Reihe „Hannes Jaenicke im Einsatz für...“ neue Wege, die bereits mit der ersten Folge große Erfolge verzeichnete. Bisher waren es Orang-Utans und Eisbären, für die sich der bekannte deutsche Schauspieler engagierte. Tiere also, für die es dank ihres „Kuschelimages“ verhältnismäßig leicht ist Mitleid zu erregen. Der dritte Teil der Serie aber beschäftigt sich mit einem Raubtier, das bisher wenig Freunde und keine Lobby hat – der Hai. Doku über Haie im ZDF - Drastische Bilder statt platter ErmahnungenGanz neu ist das Konzept nicht, mit dem Jaenickes Reihe aufgebaut ist. Ein schnell geschnittener Wechsel aus sensationellen, von tragender Musik begleiteten Naturaufnahmen mit Interviewelementen, investigativem Material und schwer zu ertragenden Aufnahmen toter Haie rund um die Welt war auch der Aufbau der Dokumentation „Sharkwater“ von Rob Stewart, die dem jungen Produzent und Kameramann 2006 zahlreiche internationale Preise einbrachte. Auch der aktuelle Ökothriller „Die Bucht“, der sich mit dem Abschlachten von Delfinen in Japan beschäftigt, arbeitet auf diese Weise. Doch scheint es genau diese Art von Reportage zu sein, die in ihren Alltagsproblemen festhängende Menschen heute noch aufrütteln kann. Der erhobene Zeigefinger hat ausgedient, die Leute sollen sehen was wirklich auf ihrem Teller liegt. Und es soll ihnen gehörig der Appetit vergehen. Hannes Jaenicke – Schauspieler und UmweltschützerIm deutschen Fernsehen ist Hannes Jaenicke ein häufig und gern gesehenes Gesicht. Der erfolgreiche Schauspieler und Drehbuchautor ist schon seit einigen Jahren vielfältig engagiert, unterstützt unter anderem Greenpeace, Amnesty International und die International Campaign for Tibet. Da ihn vor allem das Schicksal der Orang-Utans zunächst nicht losließ, deren Lebensraum in Borneo und Thailand zunehmend vernichtet wird, nutzte er 2008 erstmalig seinen Bekanntheitsgrad, um auf diese bedrohten Tiere aufmerksam zu machen und produzierte für das ZDF „Hannes Jaenicke: Im Einsatz für die Orang-Utans“. Der Erfolg war so durchschlagend, dass bald weitere Folgen geplant wurden. Die Sendung über Eisbären wurde am 29.09.2009 erstmalig ausgestrahlt, die über Haie am 03. November 2009. 2010 soll eine weitere Dokumentation über Gorillas folgen. Haie – Gejagte ohne LobbySympathie für Haie zu erzeugen ist kein leichtes Unterfangen. Wenige Menschen kennen mehr als ihr desaströses Image als Menschenfresser. Seit Jahrzehnten werden sie maßlos gejagt, ihrer Flossen wegen grausam abgeschlachtet oder enden als unerwünschter Beifang in Langleinennetzen. Die Bevölkerung aber sieht weg, hält Haie ohnehin für nutzlose und blutrünstige Monster, und lässt sich ihre Schillerlocke, die eigentlich einmal ein Dornhai war, schmecken, ohne um die gehörige Portion Methylquecksilber zu wissen, mit der dieses Fleisch vergiftet ist. Für Haischützer ist Jaenickes Doku ein großer Schritt, dieses Unwissen zu ändern und das Image der Haie in der breiten Bevölkerung aufzubessern. Auch wenn der Film bisweilen fast zu pathetisch wirkt, ist der bewundernswerte Einsatz des Schauspielers jederzeit spürbar und der Sendeplatz verheißt eine größere Zahl Zuschauer als je eine Reportage über Haie zuvor. Lesen Sie auch Wissenswertes über Weiße Haie und über den Haischutz in Costa Rica.
Der Artikel Hannes Jaenicke und die neue Art der Tierdoku in Dokumentarfilme unterliegt dem Urheberrecht. Jegliche Verwendung dieses Textes, auch auszugsweise, erfordert die vorherige schriftliche Erlaubnis des Autors. Autor des Artikels Hannes Jaenicke und die neue Art der Tierdoku ist Constanze Ließ.
Ähnliche Artikel
Ähnliche Themen
Schlagworte
Mehr in Film & TV
|